Anwendung
Eine den Versuch betreffende Maßnahme, z. B. die Anwendung eines Pflanzenstärkungsmittels.

BBCH
Inzwischen weltweit benutzter Code für die Entwicklungsstadien von Kulturpflanzen. Entwickelt von der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft, dem Bundessortenamt und der CHemischen Industrie.

Behandlung
Siehe »Anwendung

Block
Element eines Feldversuches. Besteht aus mehreren Parzellen, die zusammen alle Stufen eines Prüffaktors repräsentieren.

Bonitur
Beurteilung und Einschätzung eines Prüfmerkmales. Bonituren werden häufig anhand einer Skala von 1 bis 9 erhoben (1 = sehr gering, 9 = sehr stark ausgeprägtes Merkmal). Je nach Merkmal kann der Wert 9 bzw. 1 erwünscht oder unerwünscht sein. Beispiel: Lager im Getreide 9 = sehr hoch = unerwünscht, Beispiel: Feldaufgang 9 = sehr hoch = erwünscht.

Faktor
Siehe »Prüffaktor

Faktorstufen
Siehe »Prüffaktor

Hypothese
Am Anfang eines jeden wissenschaftlichen Versuchs steht die Hypothese, d. h. eine noch ungeprüfte Vermutung bzw. Behauptung, die in Form eines mehr oder minder einfachen Satzes ausgedrückt wird. Zum Beispiel: „Das zweimalige Striegeln in Lupinen erhöht den Ertrag.“ Die Hypothese lässt sich anhand eines Versuchs überprüfen. Das Ergebnis des Versuchs würde entweder dazu führen, die Hypothese zu verwerfen oder sie bis zur Gewinnung widersprechender Erkenntnisse als richtig zu akzeptieren. Die Hypothese geht aus der Versuchsfrage hervor.

Kerndrusch
Bei der Ernte von Getreide angewandtes Verfahren zur Vermeidung von Randeffekten. Die Parzellen werden so beerntet, dass die Randstreifen nicht in die Bewertung mit eingehen. Das heißt, die Parzellen werden in der Regel doppelt so breit wie die Schneidwerksbreite des Mähdreschers angelegt und es wird so gedroschen, dass der Mähdrescher bei der Ertragsmessung längsseits genau durch die Mitte der Parzellen fährt.

Kontrolle (Nullvariante / Standardvariante)
Um das Versuchsergebnis mit den im Betrieb üblichen Methoden vergleichen zu können, wird im Versuch immer auch die bisher übliche Anbauweise mit untersucht. Man spricht auch von der Behandlungskontrolle.

Nullvariante / Standardvariante
Um das Versuchsergebnis mit den im Betrieb üblichen Methoden vergleichen zu können, wird im Versuch immer auch die bisher übliche Anbauweise mit untersucht. Man spricht auch von der Behandlungskontrolle.

Parzelle
Kleinstes Teilstück eines Versuchs. Auf einer Parzelle steht immer nur eine Faktorstufe eines Prüffaktors.

Prüffaktor (= Variante, Prüfglied, Versuchsglied)
Als Prüffaktor (kurz Faktor) bezeichnet man im Versuchswesen die Eigenschaft (Stellgröße), die im Versuch verändert wird, also z. B. die Aussaatstärke in einem Saatstärkenversuch oder die Sorte in einem Sortenversuch. Die einzelnen Ausprägungen des untersuchten Faktors, wie z. B. die verschiedenen untersuchten Sorten oder Saatstärken, bezeichnet man als Faktorstufen. Ein Versuch kann darin bestehen, nur die Auswirkungen eines Faktors in verschiedenen Faktorstufen zu betrachten (einfaktorieller Versuch) oder es können die Auswirkungen mehrerer Faktoren gleichzeitig untersucht werden (zwei- bzw. mehrfaktorieller Versuch).

Prüfmerkmal
Das Prüfmerkmal ist der Untersuchungsgegenstand oder die Eigenschaft, die verbessert werden soll, z. B. Ertrag, Qualität, Krankheitsbefall oder Unkrautbesatz.

Randeffekt
Die Pflanzen an den Rändern von Versuchsparzellen entwickeln sich häufig anders als Pflanzen, die in der Mitte einer Parzelle stehen. Dies ist insbesondere der Fall, wenn um die Parzelle herum ein bewuchsfreier Streifen gelassen wird. Die unterschiedlichen Licht- und Belüftungsverhältnisse sowie die geringere Nährstoffkonkurrenz am Rand eines Bestandes zeigen häufig Effekte, die nicht den Auswirkungen durch den Prüffaktor zuzurechnen sind (= Randeffekt). Um diese Randeffekte auszuschalten, dürfen Bonituren nicht am Rande durchgeführt werden und bei der Ertragsmessung dürfen die Ergebnisse aus Randstreifen nicht berücksichtigt werden (siehe »Kerndrusch).

Randomisieren (= zufällig verteilen)
Um zu verhindern, dass bestimmte äußere Einflüsse (Bodenqualität o. Ä.) sich einseitig auf bestimmte Varianten auswirken, werden die Varianten zufällig über die Fläche verteilt. Dadurch wird ein Ausgleich zufälliger Variationsursachen wie Bodenunterschiede etc. erreicht.

Variante
Siehe »Prüffaktor

Versuchsfehler
Darunter versteht man alle Einflüsse, die zu einer Verzerrung des Ergebnisses führen können, wie z. B. unterschiedliche Bodenqualitäten, inhomogene Bodenzustände, aber auch ungenaue Datenerhebung usw.

Versuchsfrage
Die Versuchsfrage bildet die Basis des Versuchs. Sie ist oft allgemein gehalten und wird erst durch die Bildung der Hypothese konkretisiert. Zum Beispiel: Wie wirken sich verschieden häufig angewendete Striegelgänge auf meinen Ertrag bei Lupinen aus?

Wiederholungen
Wiederholungen dienen dazu, den Versuchsfehler zu verringern und sind Voraussetzung für zuverlässige Ergebnisse sowie eine statistische Auswertung des Versuchs. Mit steigender Zahl an Wiederholungen nimmt der Versuchsfehler ab bzw. die Präzision zu.