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Beispiele Zeitbedarf

»Beispiel: Ackerbau

»Beispiel: Gemüse

»Beispiel: Grünland

 

 

(A) Beispiel: Striegelversuch in Lupinen

Der Landwirt Peters will wissen, ob verschiedene Striegelvarianten Einfluss auf die Verunkrautung seiner Lupinenbestände haben. Er wählt daher einen Fensterversuch mit den Varianten ‚nur blind striegeln’, und ‚nur im Nachauflauf striegeln’. Der restliche Acker wird gemäß den allgemeinen Empfehlungen blind und im Nachauflauf gestriegelt.

 Striegelvariante (=Faktorstufen)  A B  C (Kontrolle)
Striegelverfahren nur blind nur im Nachauflauf beides
Zahl der Fenster 4 4 restlicher Acker

Vor der Aussaat untersucht der Landwirt den Acker auf geeignete Stellen für die Lage der Versuchsfenster und macht diese grob in seiner Versuchsskizze kenntlich. Zum Termin des blind striegelns nimmt er einige Versuchsstangen mit auf den Acker und hebt gemäß seiner Skizze an vier Stellen den Striegel für jeweils 20 Meter aus (= Variante B: Striegeln nur im Nachauflauf). Diese Stellen werden von ihm unmittelbar mit Stangen markiert. Außerdem steckt er in der blind gestriegelten Fläche noch vier weitere Fenster der gleichen Größe für die Variante A (nur blind striegeln) ab, die beim Nachauflaufstriegeln ausgespart werden. Die genaue Lage der einzelnen Fenster wird in der Versuchsskizze festgehalten. Beim striegeln im Nachauflauf werden die Fenster der Variante A ausgespart und die vormals beim Blindstriegeln ausgesparten Fenster gestriegelt. Vor den Fenstern der Variante B muss er anhalten und die Markierungsstangen ausziehen und danach wieder einstecken. Beginnend mit dem Zweiblattstadium der Lupine führt der Landwirt insgesamt zu sechs Zeitpunkten Unkrautbonituren durch. Dazu nimmt er mit einem Boniturrahmen in allen Fenstern an jeweils vier Stellen eine Einzelbonitur vor. Da der Landwirt über keine arbeitseffiziente Möglichkeit zur Ertragsmessung der Parzellen verfügt, verzichtet er darauf und drischt das ganze Feld im Stück.

 Tätigkeit  Beschreibung benötigte Zeit
Vorbereitung Aneignung der Grundkenntnisse, Auswahl der Versuchsfläche, Besorgungen, Versuchsplan 8 Stunden
Anlage Markierungsstangen stecken, Fenstergröße ausmessen, protokollieren 3 Stunden
Bonituren Sechs Boniturzeitpunkte mit Bonituren auf zwölf Parzellen (mit Wegezeiten) 18 Stunden
Auswertung Zusammenfassung der Einzelwerte, Berechnungen, Formulierung Ergebnis 4 Stunden
Summe   33 Stunden

 

(B) Beispiel: Sortenversuch bei Hokkaido-Kürbissen

Ein Gärtner will untersuchen, ob zwischen verschiedenen Saatgutherkünften von Hokkaido-Kürbissamen Unterschiede im Wuchs und im Ertrag bestehen. Dazu sät er je 120 Korn Hokkaidosamen von Züchter A und B sowie 120 Korn aus eigenem Nachbau in Topfpaletten aus (1 Korn / Topf). Zur Beurteilung des Keimverhaltens zählt er die Ausfallstellen auf den Paletten und stuft die drei Varianten hinsichtlich der Jungpflanzenqualität ein (gut - mittel - schlecht). Auf einem homogenen Stück seiner Betriebsfläche pflanzt er die je 100 besten Jungpflanzen in vier Wiederholungen pro Sorte zu je 25 Pflanzen pro Parzelle. Zwischen den Parzellen lässt er etwas Abstand, zusätzlich legt er die Ranken an den Rändern mehrmals so, dass Sie in die Parzelle zurückwachsen. Zur Erntezeit werden die einzelnen Parzellen separat in Systemkisten geerntet und die Erträge mit Hilfe einer Dezimalwaage gemessen. Die Güte der Früchte wird anhand der Skala von 1 bis 9 bei 30 willkürlich ausgesuchten Früchten je Samenherkunft nach Augenschein beurteilt. Dieselben Früchte werden einzeln auf einer Küchenwaage gewogen, um so ein durchschnittliches Fruchtgewicht zu erhalten und die Zahl der Über- bzw. Untergrößen zu ermitteln.

 Tätigkeit  Beschreibung benötigte Zeit
Vorbereitung Aneignung der Grundkenntnisse, Auswahl der Versuchsfläche, Versuchsplan 8 Stunden
Anlage Aussaat in Topfpaletten, Pflanzung per Hand, protokollieren 8 Stunden
Kulturführung Mehraufwand zum „herkömmlichen“ Hokkaido-Anbau, gesonderte Ernte evtl. extra Handhacke 8 Stunden
Bonituren Keimverhalten, Jungpflanzenqualität, Frucht-güte und –gewicht sowie Ertrag pro Parzelle 8 Stunden
Auswertung Zusammenfassung der Einzelwerte, Berechnungen, Formulierung Ergebnis 4 Stunden
Summe   36 Stunden


(C) Beispiel: Düngungsversuch im Grünland

Ein Landwirt eines Gemischtbetriebs mit Milchviehhaltung macht sich Gedanken über die möglichst effiziente Nutzung seiner Rindergülle. Um zu sehen, ob eine Verwendung auf dem Grünland den Ertrag und die Qualität des Futters steigern kann, legt er einen Düngeversuch an. Auf einer Fläche bringt er im zeitigen Frühjahr und nach dem ersten und zweiten Schnitt Gülle aus. Dabei legt er jeweils einen über den ganzen Schlag reichenden gedüngten Streifen und einen ungedüngten Streifen nebeneinander an. Dies wiederholt er viermal und steckt die so entstandenen Parzellen mit Markierungsstangen ab.
Kurz vor dem ersten Schnitt bonitiert er den Aufwuchs hinsichtlich Erscheinungsbild, Höhe und optischer Qualität. Beim Schnitt entnimmt er an drei verschiedenen Stellen je Parzelle den Aufwuchs von je einem Quadratmeter Fläche und wiegt die gesammelte Frischmasse für die einzelnen Parzellen aus. Von den gesammelten und abgewogenen Frischmasseproben stellt er eine Mischprobe her für die anschließende Trockenmassebestimmung und Futteranalyse in einem Labor. Kurz vor bzw. bei dem zweiten und dritten Schnitt wiederholt er diese Vorgänge. Im Winter wertet er den Versuch anhand seiner Notizen und der Laboranalysen aus.

 Tätigkeit  Beschreibung benötigte Zeit
Vorbereitung Aneignung der Grundkenntnisse, Auswahl der Versuchsfläche, Versuchsplan, Besorgungen 8 Stunden
Anlage Ausbringen der Gülle, Abstecken der Parzellen, Protokollieren 8 Stunden
Bonituren Aufwuchshöhe, Bestandesqualität 8 Stunden
Handernte Zu drei Terminen jeweils Frischmasseproben nehmen und Auswiegen; Proben für Analyse anfertigen, beschriften und versenden, protokollieren 12 Stunden
Auswertung Zusammenfassung der Einzelwerte, Berechnungen, Formulierung Ergebnis 6 Stunden
Summe   42 Stunden

Wenn Sie diese elementaren Grundregeln beachten, werden Sie vertrauenswürdige Ergebnisse erzielen, die Ihnen als verlässliche Entscheidungshilfe dienen. Bevor Sie jedoch ein Experiment beginnen, müssen Sie sich über die Fragestellung klar werden, die im Versuch beantwortet werden soll. Diese »Versuchsfrage muss eindeutig definiert sein und durch ein Experiment beantwortet werden können. Häufig lässt sich eine klar definierte Versuchsfrage als Behauptung formulieren, die durch das Experiment bestätigt oder verworfen wird. Man spricht von einer Hypothese (Annahme), deren Gültigkeit im Experiment überprüft wird. Ein Beispiel wäre: ‚Die neue Sorte A ist auf dem vorliegenden Standort meiner bislang genutzten Standardsorte in Ertrag und Qualität überlegen.’ Eine solche Behauptung lässt sich in einem sorgfältig angelegten Versuch zuverlässig bestätigen oder verwerfen.

»Einschätzung Zeitbedarf



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