Anlegen des Versuchs
Positionierung des Versuchs
Wenn eine geeignete Fläche für den Versuch gefunden ist,
geht es darum, den Versuch möglichst günstig im Feld
zu platzieren. Dabei sollten die folgenden Hinweise beachtet werden:
- Legen Sie die Versuchsparzellen in deutlichem Abstand von
Vorgewenden, Feldwegen und Feldgrenzen an, indem Sie die Versuchsflächen
großzügig ins Feld einrücken, bzw. die kritischen
Bereiche nicht für Beprobung oder »Bonitur
nutzen.
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In Hanglagen sollten immer die Flächen mit der geringsten
Neigung bevorzugt werden.
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Der Versuch sollte so auf dem Acker angelegt werden, dass er jederzeit
leicht zugänglich ist, insbesondere auch bei schlechten Bodenverhältnissen.
Anlagerichtung
Der Verlauf der Pflanz- bzw. Drillreihen im Versuch folgt in der
Regel jenen auf der Restfläche. Sollten Unterschiede im
Boden oder eine für den Versuch ungünstige Hangneigung
eine andere Anlagerichtung ratsam erscheinen lassen, ist zu überlegen
ob für das ganze oder einen Teil des Feldes die Pflanz-/Drillrichtung
geändert werden kann. Wo dies nicht möglich ist, muss
die Zahl der »Versuchsvarianten erhöht (z.B. von drei auf fünf)
oder eine besser geeignete Fläche ausgewählt werden.
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Versuchsanlage
am Hang:
So kann vermieden werden, dass sich mit dem Hangverlauf ändernde Bodeneigenschaften
nur auf jeweils einen Teil der Parzellen gleich auswirken. (z. B. zunehmende
Feuchte hangabwärts oder sich ändernde Bodeneigenschaften bei einer
lehmigen Kuppe)
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Wenn
die Bodenunterschiede keine eindeutige Richtung erkennen
lassen, dann können die Hauptwindrichtung, die Himmelsrichtung
(Sonneneinstrahlung), die Geländegestaltung (Hangrichtung,
Kuppen) und andere Faktoren, von denen gleichgerichtete Einflüsse
ausgehen (z. B. Variationen in der Bodenfeuchte) für
die Versuchsanlage bestimmend sein. Inwieweit man die Versuchsanordnung
nach diesen Kriterien ausrichtet, sollte davon abhängig
sein, ob der Aufwand dafür vertretbar ist. Nicht alle
Schläge sind für die Veränderung der Drill-
und Bearbeitungsrichtung gut geeignet.
Ob man die Versuchsanordnung nach
diesen Kriterien ausrichtet, sollte man auf jeden Fall davon
abhängig machen, ob der Aufwand dafür vertretbar ist.
Nicht alle Schläge sind für die Veränderung der Drill- und Bearbeitungsrichtung
gut geeignet.
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Einmessen der Parzellen
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Einmessen
einer Parzelle
mit einem 50m Maßband. |
In Abhängigkeit
vom Vesuchsdesign variiert die Vorgehensweise beim Einmessen der
Parzellen. Einige allgemeine
Regeln lassen sich dennoch aufstellen:
- Sie brauchen den Versuchsplan, ein langes Maßband oder
besser noch ein Messrad (ggf. leihen) und Markierungsstangen.
Außerdem
sollte mindestens ein Eckpunkt des Versuches als Referenz genau
eingemessen werden. Dazu sind mehrere Bezugspunkte (Bäume,
Strommasten, andere markante Punkte oder selbst gesetzte Markierungen)
außerhalb oder innerhalb des Ackers notwendig. Die Lage
dieser Punkte zueinander vom Referenzpunkt aus gesehen ist
in einer gesonderten Skizze zu vermerken (»Beispiel).
- Überprüfen Sie, ob der Versuchsplan auch alle notwendigen
Angaben enthält, um den Versuch anhand dieser Maße im
Feld wiederfinden und rekonstruieren zu können. (Größe
der einzelnen Parzellen, Lage im Feld und Lage der Parzellen
zueinander).
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Einmessen der
Parzellenbreite bei einer Streifenanlage.
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Um die räumliche Anordnung der einzelnen Versuchsparzellen im Feld
genau festlegen zu können, ist es hilfreich, an einer beliebigen Stelle
einen rechten Winkel herstellen zu können. Dieser lässt sich einfach über
den Satz des Pythagoras (a² + b² = c²) erzeugen: Bei einem
Dreieck mit den Seitenlängen von drei, vier und fünf Metern (3² +
4² = 5²) stehen die beiden kürzeren Seiten in einem Winkel
von 90º zueinander. Das Dreieck wird so angelegt, dass die beiden kurzen
Seiten zwei Außenkanten einer Versuchsparzelle bilden.
Um zu vermeiden, dass der Versuch durch Wild
geschädigt
wird, sollten generell Maßnahmen zum Schutz
vor Wildverbiss getroffen werden. Besonders gefährdet sind
Versuche bei denen die Pflanzenzusammensetzung anders ist als auf
dem restlichen Acker (z.B. Versuch mit Leguminosen-Untersaaten
in einem Acker mit Reinsaaten, bspw. Getreide) oder wo die Pflanzen
besonders üppig sprießen.
Die Parzelle mit der besten Pflanzenentwicklung ist auch die interessanteste
Futterquelle für das Wild. Die umgebende Kultur sollte die gleiche
sein wie in dem Versuch. (beispielsweise kein Leguminosen-Versuch
auf einem Getreideschlag!)
Markierung der Versuchsflächen
Manche Landwirte verbringen einen wesentlichen Teil
der für Versuche bereitgestellten Zeit damit, ihre Versuchsflächen
wiederzufinden. Vermeiden Sie dies durch sorgfältiges Markieren
Ihrer Versuchsflächen direkt beim Anlegen. Auch wenn z. B.
im Herbst die Unterschiede zwischen zwei Versuchsvarianten noch
stark ins Auge fallen, muss das im Frühjahr nicht mehr so
sein.
Hierzu einige Tipps:
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Die Stangen müssen stabil und haltbar sein, das Material ist
eher nebensächlich.
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Bei Naturmaterialien (z. B. Bambus) ist darauf zu achten, dass
die Stangen stark genug sind, damit Sie nicht über
Winter abfaulen. Der Durchmesser sollte mindestens 12 bis
15 mm betragen.
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Achten Sie darauf, dass die Stangen gut zu sehen sind, auch aus
größerer Entfernung. Dafür müssen die Stangen
hoch genug sein (mind. 50 cm über ausgewachsenem Bestand).
Außerdem empfehlen wir, der besseren Sichtbarkeit wegen am
oberen Ende der Stange ein farbiges Stück Stoff oder Ähnliches
anzubringen.
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Die Stangen müssen fest im Boden verankert sein. Kaninchen
und Wildschweine lieben es, um die Markierungsstäbe herum
zu graben und zu wühlen. Anderes Hochwild reibt sich an
den Stangen, um Duftmarkierungen zu hinterlassen. Wenn Versuche
auf Flächen vorgesehen sind, auf denen Wildschäden
vorkommen, sollte darauf geachtet werden, die Markierungen mit
einem Verbrämungsmittel besonders zu schützen.
Umgang mit Markierungsstangen während
Pflegearbeiten: Die Stangen beim Striegeln
oder bei anderen Arbeiten mit großen
Machinen und Geräten herauszuziehen und wieder einzustecken
ist eine sehr lästige Sache. Es gibt zwei Möglichkeiten
dies zu umgehen: Entweder man verwendet erst kurze Stangen, die
so im Boden verankert werden, dass Sie bei Feldarbeiten nicht behindern
und nimmt später höhere Stangen. Oder man verwendet flexible
Kunststoffstäbe, die sich selbst bei Längen von 1,5 m
problemlos umbiegen und wieder aufrichten. Der Preis dieser Stangen
ist allerdings höher und Sie müssen vor einer Mähdrusch-Ernte
unbedingt entfernt werden um das Erntegut nicht zu verunreinigen
(siehe »Bezugsquelle).
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Bambusstangen
in einem Triticale Acker.
Durch das farbige Markierungsband sind sie gut zu sehen.
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