Kulturführung im Versuch
So vielfältig wie die denkbaren Versuche sind auch die möglichen
Kulturmaßnahmen, die auf den Versuchsflächen durchgeführt
beziehungsweise geprüft werden. Allgemeine Regeln für
die Versuchsdurchführung lassen sich abgesehen von der Aufforderung
zum gründlichen Dokumentieren der Arbeitsschritte und zum
umsichtigen, exakten Arbeiten nicht aufstellen. Ein Grundsatz ist
jedoch unbedingt zu beachten: Die Gleichheitsregel! Sie besagt,
dass grundsätzlich (Ausnahmen siehe unten) alle Versuchsflächen
genau gleich behandelt werden müssen. Nur die Behandlung,
deren Auswirkungen untersucht werden sollen, darf sich unterscheiden.
Hierzu ein Beispiel:
Für die Beantwortung der Frage, ob sich
ein neues Pflanzenstärkungsmittel günstig auf den Grauschimmelbefall
bei Erdbeeren auswirkt, wird ein Versuch angelegt. Die Erdbeeren
werden über die gesamte Versuchsfläche gleich behandelt.
Auf der Hälfte der Versuchsparzellen kommt das Mittel zum
Einsatz, auf der anderen nicht. Weitere Unterschiede werden nicht
gemacht, sie würden das Versuchsergebnis verfälschen.
Mit Hilfe einer relativen Skala (siehe »Datenerhebung) lässt
sich der Pilzbefall beurteilen.
Die Gleichheitsregel ist wichtig, ihre Anwendung hat jedoch eine
beachtenswerte Ausnahme: Wenn unterschiedliche Anbauverfahren miteinander
verglichen werden sollen, muss in den Punkten, in denen sich die
Verfahren unterscheiden, von der Regel abgewichen werden.
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Ein Landwirt will wissen, ob sich eine frühere Roggenaussaat
günstig auf den Ertrag auswirkt. Er sät also in seinem
Versuch Roggen in einem Abstand von 14 Tagen aus. Nach der Gleichheitsregel
müsste er die beiden Varianten identisch behandeln. Hier besteht
eine Ausnahme. Er folgt aber der richtigen landwirtschaftlichen
Praxis und wählt für die spätere Variante eine höhere
Saatstärke und striegelt beide Varianten zu dem für Sie
jeweils günstigsten Zeitpunkt. Da die Verfahren miteinander
verglichen werden sollen, kommt es gerade darauf an, beide jeweils
optimal angepasst auszuführen und so der Gleichheitsregel
zu folgen. Die Unterschiede, die sich ab dem Drillzeitpunkt zeigen
(z. B. Verunkrautung, Nährstoffverluste durch Auswaschung)
gehen zusammen mit den Erträgen in die Bewertung ein.
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