Datenerhebung in der Kultur
Die meisten Beobachtungen und Erhebungen können ohne aufwändige
Ausrüstung durchgeführt werden. Häufig kommt es
nicht darauf an, die absoluten Zahlenwerte der Unterschiede zwischen
den Varianten zu erfassen, sondern diese im Verhältnis zueinander
zu bewerten. Das heißt: Für einen Landwirt ist bspw.
in einem Sortenvergleich entscheidend, wie die Krankheitsanfälligkeit
einer Sorte gegenüber einer anderen auf seinem Standort ausfällt.
Dazu wird die Ausprägung eines Merkmals (z. B. Anteil von
einer Krankheit befallener Blätter) auf einer Notenskala von
1 bis 9 eingeordnet; 1 steht für keinen bzw. sehr geringen
Befall und 9 für sehr hohen; mittlerer Befall erhält
die Note 5. Sollen Bonituren zu verschiedenen Zeitpunkten vorgenommen
und die Entwicklung des betreffenden Merkmals im Zeitablauf aufzeichnet
werden, muss dies bei der Vergabe von Boniturnoten berücksichtigt
und die Möglichkeit von zukünftigen Zunahmen der Merkmalsausprägung
einkalkuliert werden. Wenn Sie solche Einstufung zwei-, dreimal
wiederholen, haben Sie bereits ein gutes Empfinden und können
die Bonitierung schnell und ohne viel Nachdenken aus dem Gefühl
heraus vornehmen. Solche Boniturerhebungen können entweder
auf ganze Versuchsparzellen, auf Teilstücke oder auf Einzelpflanzen
einer Versuchsparzelle angewendet werden.
Hier zwei Beispiele zu Teilstück und Einzelpflanzen-Bonitur:
Teilstück-Bonitur:
Verschiedene Weizensorten sollen auf ihre Standfestigkeit/Lagerneigung
untersucht werden. Die Parzelle mit dem stärksten Lager
erhält die höchste Note, die mit dem geringsten Lager
die niedrigste bzw., wenn das Lager sehr gering oder nicht vorhanden
ist, die Note 1. Anschließend werden die übrigen Parzellen
entsprechend der jeweils vorgefundenen Ausprägung eingestuft. (Bemerkung:
Wenn die Teilstücke
zu groß sind, um sie insgesamt zu beurteilen, kann man den
hier beschriebenen »Boniturrahmen zur
Hilfe nehmen: Der Rahmen wird an 3-5 Stellen zufällig in die
Parzelle gelegt und dann wird die durch den Rahmen umschlossene
Fläche
bonitiert. Aus den Einzelwerten wird anschließend der Mittelwert
gebildet.)
Einzelpflanzen-Bonitur:
Für die Beurteilung des Blattlausbefalls bei Kohlrabi werden
an 3 - 5 Stellen pro Parzelle mehrere Einzelpflanzen auf ihren
Blattlausbefall untersucht und entsprechend der Skala von 1 - 9
eingestuft, die Ergebnisse werden aufgezeichnet und später
gemittelt. Für die Bonitur sucht man sich wiederum zunächst
die am stärksten und am wenigsten bzw. nicht befallen Pflanzen
und vergibt entsprechend die höchste bzw. die geringste Boniturnote.
 |
|
Beispiel: An
zufällig ausgewählten Stellen einer Variante wird
die Bonitur an einer Pflanze bzw. einigen Pflanzen durchgeführt.
Die gefundenen Boniturwerte werden zu einem Durchschnittswert
zusammengefasst.
|
| |
|
|
»zurück
|