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Erhebungen zur Verunkrautung

Landwirt mit Auszubildendem im Versuchsfeld (C) BLE, Bildautor: Thomas Stephan  

Prinzipiell kann man zwischen zwei Methoden zur Bestimmung der Verunkrautung unterscheiden, dem Auszählen der Unkrautpflanzen und dem Bestimmen des Deckungsgrades.

Das Auszählen von einzelnen Pflanzen ist besonders bei der Bekämpfung von einzelnen Problemunkräutern oder bei der Beurteilung des Kulturpflanzenbestandes interessant (Beispiel: Zählung der Ackerkratzdisteln in einem Versuch mit unterschiedlichen Hacktechniken in Kartoffeln)
Um die Bonitur auf Verunkrautung möglichst einfach und dennoch mit ausreichender
Genauigkeit durchführen zu können, ist eine Schätzung des Deckungsgrades am
geeignetsten. Auch hier ist das Arbeiten mit der bereits vorgestellten relativen Skala
sinnvoll. Zur Beurteilung der Verunkrautung werden wieder die am stärksten
verunkrauteten (Note 9) und unkrautfreie Bereiche (Note 1) zuerst eingeordnet.
Danach werden die einzelnen Versuchsparzellen entsprechend ihrer Verunkrautung
bonitiert.
Es gibt aber auch die Möglichkeit, durch Schätzung des Deckungsgrades in Prozent die Verunkrautung oder auch die Entwicklung der Kulturpflanze in absoluten Zahlen auszudrücken. Dies ist insbesondere dann günstig, wenn der zeitliche Verlauf der Verunkrautung oder der Bestandesentwicklung verfolgt werden soll. Für die Bonituren ist ein Boniturrahmen hilfreich.

»Methoden für das Auszählen

»Bonitieren des Deckungsgrades

»Bauanleitung für Boniturrahmen

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Methoden für das Auszählen

Das Auszählen von einzelnen Pflanzen ist besonders bei der Bekämpfung von einzelnen Problemunkräutern (Beispiel Ackerkratzdistel) oder bei der Beurteilung des Kulturpflanzenbestandes interessant (Beispiel: Zählung der mit Mehltau befallenen Pflanzen auf 0,1 m²).
Zum Auszählen wir der Boniturrahmen ähnlich wie bei der Ermittlung des Deckungsgrades mehrere Male pro Parzelle (3 - 5) auf den Boden gelegt. Die von dem Boniturrahmen umschlossenen Pflanzen werden gezählt. Bitte beachten, dass sich die meisten Getreidearten nach dem Bestocken mit dieser Methode nicht mehr gut bonitieren lassen. Soll die Bonitur zu einem späteren Zeitpunkt wiederholt werden, bitte ebenfalls daran denken, die Boniturpunkte innerhalb der Parzellen genau zu markieren.

Göttinger Zähl- und Schätzrahmen  

Göttinger Zähl- und Schätzrahmen

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Bonitieren des Deckungsgrades

Um den Deckungsgrad der Kulturpflanze oder der Begleitflora abzuschätzen, wird der Rahmen entweder gedanklich oder mit Hilfe von Markierungen in Rechtecke aufgeteilt. Der so markierte Rahmen wird in die Parzellen gelegt, und die durch Pflanzen, sei es Kultur oder Unkraut, bedeckte Fläche gedanklich einer der Teilflächen zugeordnet. Wenn der Bestand schon etwas höher ist, lässt sich der Rahmen mit der offenen Seite leicht schräg in den Aufwuchs schieben. Die relative Skala von 1 (nicht verunkrautet) bis 9 (stark verunkrautet) kann hier zur Bonitur helfen. Sie können aber auch direkt in Prozent den Deckungsgrad ihrer Kultur bzw. des Unkrautbesatzes bonitieren.

Um für eine Versuchsparzelle eine gute Einschätzung des Deckungsgrades zu bekommen, ist es nötig, je nach Größe der Parzelle 3 bis 5 einzelne Werte zu erheben. Dabei müssen die einzelnen Boniturpunkte gleichmäßig in der Versuchsparzelle verteilt werden, um ein repräsentatives Ergebnis zu erhalten.
Hier soll nochmals erwähnt werden, dass es gerade bei mehreren aufeinander folgenden Bonituren wichtig ist, immer an den gleichen Stellen den Deckungsgrad zu erheben, um eine zeitliche Entwicklung des Bestandes beobachten zu können. Deshalb die einzelnen Boniturpunkte mit Markierungsstangen kennzeichnen und in die Versuchsskizze eintragen!
Der durchschnittliche Deckungsgrad ergibt sich aus der Summe aller Deckungsgrade in Prozent geteilt durch die Zahl der erhobenen Werte.

durchschnittl. Deckungsgrad = Summe aller Deckungsgrade in %    
Zahl der erhobenen Werte
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Kleine Bauanleitung für Boniturrahmen

Wir schlagen zwei verschiedene Größen von Boniturrahmen vor. Für die Ermittlung des Deckungsgrades der Kulturpflanze oder der Beikräuter empfiehlt sich ein Rahmen mit einem Flächeninhalt von mindestens 0,5 m², für das Auszählen von Einzelpflanzen ist ein kleinerer Rahmen (z.B. Göttinger Zähl- und Schätzrahmen mit 0,1 m²) besser geeignet. Die Rahmen lassen sich aus Holz oder Eisenstäben je nach Vorliebe und vorhandenem Material leicht selber anfertigen. Hier die Bauanleitung für den größeren der Rahmen:

Bau eines Schätzrahmens mit 0,1 m2 (0,5 m2) Flächeninhalt
Drei Latten / Eisenstäbe je ca. 35 cm (75 cm) so zusammenfügen, dass ein rechtwinkliger Rahmen mit einer inneren Seitenlänge von 31,6 cm (70,7 cm) entsteht; eine Seite bleibt offen (vgl. Foto).

Ein selbstgebauter Boniturrahmen  

Ein selbstgebauter Boniturrahmen bei der Beurteilung einer Kleegrasuntersaat.

     

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