Erhebungen zur Verunkrautung
Prinzipiell kann man zwischen zwei Methoden zur Bestimmung der
Verunkrautung unterscheiden, dem Auszählen der
Unkrautpflanzen und dem Bestimmen des Deckungsgrades.
Das Auszählen von einzelnen Pflanzen ist besonders bei der
Bekämpfung von einzelnen Problemunkräutern oder bei der
Beurteilung des Kulturpflanzenbestandes interessant (Beispiel:
Zählung der Ackerkratzdisteln in einem Versuch mit unterschiedlichen
Hacktechniken in Kartoffeln)
Um die Bonitur auf Verunkrautung möglichst einfach und dennoch
mit ausreichender
Genauigkeit durchführen zu können, ist eine Schätzung
des Deckungsgrades am
geeignetsten. Auch hier ist das Arbeiten mit der bereits vorgestellten
relativen Skala
sinnvoll. Zur Beurteilung der Verunkrautung werden wieder die am
stärksten
verunkrauteten (Note 9) und unkrautfreie Bereiche (Note 1) zuerst
eingeordnet.
Danach werden die einzelnen Versuchsparzellen entsprechend ihrer
Verunkrautung
bonitiert.
Es gibt aber auch die Möglichkeit, durch Schätzung des
Deckungsgrades in Prozent die Verunkrautung oder auch die Entwicklung
der Kulturpflanze in absoluten Zahlen auszudrücken. Dies ist
insbesondere dann günstig, wenn der zeitliche Verlauf der
Verunkrautung oder der Bestandesentwicklung verfolgt werden soll.
Für die Bonituren ist ein Boniturrahmen hilfreich.
»Methoden
für das Auszählen
»Bonitieren
des Deckungsgrades
»Bauanleitung
für Boniturrahmen
Methoden für
das Auszählen
Das Auszählen von einzelnen Pflanzen ist besonders bei der
Bekämpfung von einzelnen Problemunkräutern (Beispiel
Ackerkratzdistel) oder bei der Beurteilung des Kulturpflanzenbestandes
interessant (Beispiel: Zählung der mit Mehltau befallenen
Pflanzen auf 0,1 m²).
Zum Auszählen wir der Boniturrahmen ähnlich wie bei der Ermittlung
des Deckungsgrades mehrere Male pro Parzelle (3 - 5) auf den Boden gelegt.
Die von dem Boniturrahmen umschlossenen Pflanzen werden gezählt. Bitte
beachten, dass sich die meisten Getreidearten nach dem Bestocken mit dieser
Methode nicht mehr gut bonitieren lassen. Soll die Bonitur zu einem späteren
Zeitpunkt wiederholt werden, bitte ebenfalls daran denken, die Boniturpunkte
innerhalb der Parzellen genau zu markieren.
Bonitieren des Deckungsgrades
Um den Deckungsgrad der Kulturpflanze oder der Begleitflora
abzuschätzen,
wird der Rahmen entweder gedanklich oder mit Hilfe von Markierungen
in Rechtecke aufgeteilt. Der so markierte Rahmen wird in die Parzellen
gelegt, und die durch Pflanzen, sei es Kultur oder Unkraut, bedeckte
Fläche gedanklich einer der Teilflächen zugeordnet. Wenn
der Bestand schon etwas höher ist, lässt sich der Rahmen
mit der offenen Seite leicht schräg in den Aufwuchs schieben.
Die relative Skala von 1 (nicht verunkrautet) bis 9 (stark verunkrautet)
kann hier zur Bonitur helfen. Sie können aber auch direkt
in Prozent den Deckungsgrad ihrer Kultur bzw. des Unkrautbesatzes
bonitieren.
Um für eine Versuchsparzelle eine gute Einschätzung
des Deckungsgrades zu bekommen, ist es nötig, je nach Größe
der Parzelle 3 bis 5 einzelne Werte zu erheben. Dabei müssen
die einzelnen Boniturpunkte gleichmäßig in der Versuchsparzelle
verteilt werden, um ein repräsentatives Ergebnis zu erhalten.
Hier soll nochmals erwähnt werden, dass es gerade bei mehreren
aufeinander folgenden Bonituren wichtig ist, immer an den gleichen
Stellen den Deckungsgrad zu erheben, um eine zeitliche Entwicklung
des Bestandes beobachten zu können. Deshalb die einzelnen
Boniturpunkte mit Markierungsstangen kennzeichnen und in die Versuchsskizze
eintragen!
Der durchschnittliche Deckungsgrad ergibt sich aus der Summe aller
Deckungsgrade in Prozent geteilt durch die Zahl der erhobenen Werte.
| durchschnittl. Deckungsgrad |
= |
Summe aller Deckungsgrade
in % |
|
|
 |
| Zahl der erhobenen Werte |
Kleine
Bauanleitung für Boniturrahmen
Wir schlagen zwei verschiedene Größen
von Boniturrahmen vor. Für
die Ermittlung des Deckungsgrades der Kulturpflanze oder der Beikräuter
empfiehlt sich ein Rahmen mit einem Flächeninhalt von mindestens 0,5 m²,
für das Auszählen von Einzelpflanzen ist ein kleinerer Rahmen (z.B.
Göttinger Zähl- und Schätzrahmen mit 0,1 m²) besser geeignet.
Die Rahmen lassen sich aus Holz oder Eisenstäben je nach Vorliebe und
vorhandenem Material leicht selber anfertigen. Hier die Bauanleitung für
den größeren
der Rahmen:
Bau eines Schätzrahmens mit 0,1 m2 (0,5 m2) Flächeninhalt
Drei Latten / Eisenstäbe je ca. 35 cm (75 cm) so zusammenfügen,
dass ein rechtwinkliger Rahmen mit einer inneren Seitenlänge
von 31,6 cm (70,7 cm) entsteht; eine Seite bleibt offen (vgl. Foto).
 |
|
Ein selbstgebauter
Boniturrahmen bei der Beurteilung einer Kleegrasuntersaat.
|
| |
|
|
»zurück
|